Weide, Wald und Winne Hermann

Spaziergang Eichenhain – Haus des Waldes am 10.7.2021, 14-18 Uhr

Ein Spaziergang über die Magerwiesen im Eichenhain zum Haus des Waldes

Bei schönstem Sonnenschein trafen sich auf Einladung der Grünen in Sillenbuch und Degerloch 20 Interessierte im Eichenhain. Mit dabei der jüngst wiedergewählte Abgeordnete der Filderbezirke, Winfried Hermann und die grüne Stadträtin Beate Schiener. Die Betreuungsstadträtin gab zu Beginn der Wanderung einen Überblick über das Naherholungsgebiet Eichenhain und die Artenvielfalt im ältesten Naturschutzgebiet der Stadt. Im Jahr 1947, d.h. kurz nach dem Krieg, wurde das Gebiet von der Stadt Stuttgart unter Naturschutz einstweilen sichergestellt. Seit 1958 stehen die Eichen und die Wiesen in dem fast 40 Hektar großen Areal offiziell unter diesem speziellen Schutz.

Landschaftspflege

Nach großflächigen Pflegearbeiten im Winter 2017/2018 konnten bereits im ersten Sommer eine deutliche Verbesserung für die seltene Tier- und Pflanzenwelt, des Eichenhains, beispielsweise für den Kleinen Heidegrashüpfer, verzeichnet werden. Im Gespräch mit dem Hirten Tibor Wodetzky informierte sich der Wahlkreisabgeordnete Winfried Hermann und die Gruppe über die speziellen Herausforderungen des Schaf- und Ziegenzüchters, der seit 2019 mit seiner ca. 200-köpfigen Herde im Park ist. So erfuhr die Gruppe einiges über die hiesige Schafzucht und Landschaftspflege. Durch die Weidehaltung, die lange vor dem 19. Jahrhundert begann, entstand eine sogenannte Magerwiese. Sie beheimatet für die Region Stuttgart viele seltene Pflanzenarten (z.B. die Orchideenart Bienenragwurz). Auch eine dem Standort angepasste Tierwelt mit verschiedenen Tagfaltern, Heuschrecken und anderen Insekten ist anzutreffen. Damit der Magerrasen erhalten bleibt, weiden Schafe und Ziegen über den Sommer unter den knorrigen Eichen.

Die aktuelle Waldsituation

Mit dem Förster Berthold Reichle, Leiter vom Haus des Waldes, ging es im Schatten der Bäume zu Fuß Richtung Degerloch. Bei der Wanderung warf die Gruppe einen Blick auf die aktuelle Waldsituation. Durch die Dürren in den letzten Jahren sind auch in den Stuttgarter Wäldern viele Bäume geschädigt. Der Regen derzeit bringt nur eine kurze Abkühlung und versorgt lediglich die oberen Erdschichten mit Wasser. Eine Erholung dauerhafter Art wird nur mit der Reduktion von CO 2 in der Atmosphäre zu erreichen sein. Auf Tafeln zeigte Herr Reichle, wie sich das Klima in Stuttgart bis 2050 ändern wird. Für viele Bäume (Fichte, Kiefer, Buche) wird es dann zu warm sein. Deshalb
werden sich die Wälder in den nächsten Jahren sehr verändern. In welcher Weise wird sich zeigen. Die Regenerationskraft des Waldes spielt dabei eine wichtige Rolle. Auf einer Lichtung voller rosablühendem Fingerhut abseits der Wege war zu sehen, wie sich nach einem Sturmschaden lichtliebende Pflanzen zwischen den toten Bäumen durchsetzen konnten.

Bei einem abschließenden Getränk im Haus des Waldes tauschte sich die Gruppe noch mit Winne Hermann über das Gehörte und andere Themen aus.