Kartellvorwurf: Ein Schaden für die ganze Branche

Heute-Journal vom 21.07.2017

Nach dem Kartellvorwurf gegen deutsche Autobauer fordert Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann die Hersteller auf, durch Aufklärung und einen Kulturwechsel bei den Kunden verspieltes Vertrauen wieder herzustellen.

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Und hier noch einige wichtig Auszüge:
„Es kommt noch hinzu, dass die Automobilindustrie und die Verantwortlichen uns ja oft kritisiert haben, weil wir Maßnahmen ergreifen müssen, dass die Luft sauber wird. So als wäre die Politik schuld daran, dass die Luft dreckig ist.

Die ganze Debatte, die wir um den Diesel und die Fahrverbote haben, sind eigentlich die Ursache dessen, dass man eben getrickst und getäuscht hat und nicht das gemacht hat, was man technisch hätte machen können und machen müssen im Interesse der Umwelt und auch der eigenen Glaubwürdigkeit das man saubere Technik liefert.

Ich will endlich mal sehen, dass das Management Verantwortung übernimmt, aufklärt – und zwar konsequent aufklärt und auch übrigens Hilfe von außen holt. Neutrale, die das ganze Geschehen aufarbeiten. Und dann muss man Konsequenzen ziehen, dass so etwas nicht wieder geschehen kann. Und ich finde jetzt ist auch mal bissl Demut und Anstand angesagt und nicht diese hochmütige Haltung nach dem Motto: „Wir wollen, dass die Politik uns endlich in Ruhe lässt oder, das man nichts gegen uns macht.“

Ich finde die Automobilindustrie sollte jetzt endlich mal kapieren, dass es allerhöchste Zeit ist, dass sie so in Selbstkritik geht und mal schaut: Wie kann sie wieder Verantwortung zurückgewinnen, denn sie hat nicht nur ihrem eigenen Produkt und ihrer Firma geschadet, sondern insgesamt der gesamten Branche.
[…]
Die Selbstanzeigen zeigen ja auch, dass es nicht erfunden ist vom Spiegel, sondern, dass es tatsächlich stattgefunden hat. Das andere ist dann, dass man offenbar auch eine andere Unternehmenskultur braucht, wo man auch auf jeder Ebene Verantwortung übernimmt. Auch Verantwortung gegenüber der Umwelt und gegenüber den Kunden und nicht nur gegenüber den Aktionären.“

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