Hermann bei Stolpersteinverlegung für drei sowjetische Zwangsarbeiterkinder

Möhringen – Am Mittwoch, den 11. Juli, war der Abgeordnete Winfried Hermann bei der Stolpersteinverlegung für drei sowjetische Zwangsarbeiterkinder, die 1944/45 im Zwangsarbeitslager der Hansa-Metallwerke in Stuttgart-Möhringen gestorben sind.

Stolpersteinverlegung mit Alena Trenina, Wjatscheslaw Iwanowitsch Wysokopojas und Winne Hermann

Zwischen 1942 und 1945 wurden in der Hansa-Metallwerke AG in Möhringen 370 Zwangsarbeiterfamilien interniert. Sie mussten dort Zünder für Handgranaten herstellen. Heute ist an diesem Ort lediglich eine grüne Wiese zu sehen. Nichts erinnert mehr an die unmenschlichen Zustände und daran, dass an diesem Ort Menschen gestorben sind. Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs wurden in Deutschland geborene Zwangsarbeiterkinder bewusst pflegerisch, medizinisch und ernährungsmäßig unterversorgt wurden und damit der Tod dieser Kinder bewusst in Kauf genommen wurde. Ihre Eltern waren als Zwangsarbeiter in einer hilflosen Lage.

Am 11. Juli konnte dank des Engagements von Dr. Karl-Horst Marquart und seiner Mitstreiter von der Stolperstein-Initiative in Stuttgart drei dieser Opfer gedacht werden. Jetzt erinnern Stolpersteine neben dem Königin-Charlotte-Gymnasium an die drei Säuglinge, die lediglich zwischen 5 und 13 Monaten alt wurden.

Die Stolpersteine erinnern an:

Nadja Jakimenko, geboren am 03. Februar 1944, gestorben am 07. September 1944

Olga Tschetirbok, geboren am 21. April 1944, gestorben  am 11. September 1944

Lydia Martschenko, geboren am 28. Februar 1944, gestorben am 17. April 1945

Nadja Jakimenko, Olga Tschetirbok und Lydia Martschenko wurden in dem Zwangsarbeiterlager der Hansa-Metallwerke geboren und starben dort. Zur Stolpersteinverlegung kam auch Wjatscheslaw Iwanowitsch Wysokopojas. Er ist der Sohn von Nadja Jakimenkos Bruder Iwan. Für ihn war dieser Tag ein besonderer: „Ich danke Ihnen für das Gedenken an diese Menschen“, übersetzte Frau Alena Trenina (Kulturamt Leinfelden-Echterdingen) seine Worte.

„Es ist noch gar nicht so lange her, dass hier bei uns solche Grausamkeiten begangen worden sind“, sagte Winfried Hermann. Deshalb ist es wichtig, daran zu erinnern, „wozu Menschen fähig sind und wozu Hass sie bringen kann“.

 

Hintergrund:

„Stolpersteine“ erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus. Das Projekt verfolgt das Ziel, den NS-Opfern ihren Namen zurückzugeben und dort an sie zu erinnern, wo sie zuletzt vor ihrer Gefängnishaft, ihrer Deportation in Konzentrationslager oder ihrer Einweisung in „Heilanstalten“ gewohnt haben. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt die sogenannten „Stolpersteine“.

Während der NS-Zeit gab es über 30.000 Zwangsarbeiter in rund 120 Internierungslagern. Zur Zeit des Kriegsendes waren 22.000 der Zwangsarbeiter sowjetischer Herkunft.

 

Weitere Informationen:

Einen Bericht der Stuttgarter Zeitung zur Stolpersteinverlegung finden Sie hier.

Unter www.stolpersteine-stuttgart.de/  finden Sie sämtliche Informationen rund um diese und andere Stolpersteinverlegungen in Stuttgart. Dort finden Sie auch die Möglichkeit die Arbeit der Initiative zu unterstützen oder Patenschaft für einen „Stolperstein“ zu übernehmen.

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