EU-Schulprojekttag: Minister Hermann besucht Geschwister-Scholl-Gymnasium

Um mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen und das Interesse an Europa zu wecken und zu vertiefen, fand am 22. Mai zum 11. Mal der bundesweite EU-Schulprojekttag statt.

Diese Gelegenheit ließ sich der Abgeordnete und Verkehrsminister Winfried Hermann nicht nehmen und besuchte das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) in seinem Wahlkreis in Stuttgart-Sillenbuch. Dort traf er auf 40 Schülerinnen und Schüler der Kurse Gemeinschaftskunde und Wirtschaft der Klassenstufe 11.  Diese hatten sich bereits intensiv vorbereitet und wollten z. B. wissen, ob die PKW-Maut von Minister Dobrindt mit europäischem Recht vereinbar sei, welche Vorteile die europäische Union den Menschen bringe oder wie man nationalistischen und rechtspopulistischen Tendenzen begegnen könne.

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Die Schülerinnen Tamara Lang und Isis Bacarelli sowie der Schüler Julian Greipel empfingen Winfried Hermann mit der einleitenden Frage, was denn Europa für den Minister bedeute. „Frieden“ war die spontane Antwort. „Europa ist eine Union des Friedens. Bis 1945 war Europa ein Kontinent der Kriege, mit zwei verheerenden Kriegen – dem 1. und dem 2. Weltkrieg“, führte Hermann aus. Aber seit 1945 habe sich dies völlig geändert. Die EU habe eine friedenstiftende Wirkung. „Auch der Wegfall der Grenzen und die gemeinsame Währung sind positive Errungenschaften“, betonte der Minister und brachte damit auch den Wohlstand in Verbindung, der durch Handel und Export in Europa entstanden ist.

Die anschließende Diskussionsrunde drehte sich zunächst um Verkehrsthemen – man hat ja nicht immer einen Verkehrsminister an der Schule. Hinsicht der Schadstoffbelastung und eventueller Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge wurde allerdings auch gleich die Verbindung zu Europa deutlich. „Die EU-Kommission fordert seit vielen Jahren von Deutschland, die Grenzwerte bei Feinstaub und Stickoxiden einzuhalten“, betonte Hermann. „So ganz aus heiterem Himmel kommt das ganze also nicht.“ Es handele sich dabei um ein europäisches Gesetz und Gesetze seien einzuhalten.

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Dass der von den Schülern ins Gespräch gebrachte Nord-Ost-Ring keine Lösung der Stau- und Schadstoff-Probleme sein könne, erläuterte der Abgeordnete anhand der langen Zeiträume um ein solches Projekt zu realisieren. „Man braucht 10 bis 15 Jahre für die Planung und weitere 10 bis 15 Jahre für den Bau eines solchen Projekts, falls es rechtlich und politisch überhaupt durchgesetzt werden kann.“ Vor Ort gebe es nämlich erhebliche Widerstände gegen den Nord-Ost-Ring.

Mit Blick auf Europa äußerte der Minister den Wunsch, dass gerade die junge Generation den Wert Europas schätzen lerne und die europäische Idee weitertragen möge. Hierzu wünschte er sich noch mehr Partner-Schulen und wenn es nach ihm ginge, sollte jede Schülerin und jeder Schüler mindestens ein Jahr im Ausland verbringen – möglichst natürlich in einem europäischen Land.

Die Grenzen wieder zu schließen und sich wieder national abzuschotten, sei auf jeden Fall keine Lösung unserer heutigen Probleme. „Das wäre eher ein Rückfall ins Mittelalter“, betonte der Minister. Allerdings sei er auch optimistisch, dass es so weit nicht kommen werde. „Es existiert ein europäisches Bewusstsein und das kann man weiter ausbauen.“

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