Die Hochschule der Medien zu Besuch im Landtag

Die Welt im Wandel – Studierende der Hochschule der Medien zu Besuch im Landtag

Gestern ging es für die Studentinnen und Studenten der Hochschule der Medien (HdM) zunächst ins Plenum, zu einem ganz besonderen Programm: Die Sonderbotschafterin gegen Menschenhandel, die Jesidin Nadia Murad, sprach im Landtag. (über Nadia Murad in Wikipedia)

Die 23-Jährige ehemalige Gefangene der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) konnte ihren Peinigern entkommen und gelangte mit einem bundesweit einmaligen Sonderkontingent der Landesregierung nach Baden-Württemberg. Insgesamt gewährte Baden-Württemberg rund 1000 IS-Opfern Zuflucht, unter ihnen sind vor allem jesidische Kinder und Frauen.

Mit allen Mitteln versucht Murad nun, als UN-Sonderbotschafterin gegen Menschenhandel. auf das Leid der rund 3200 jesidischen Frauen und Kinder in den Fängen der Fanatiker aufmerksam zu machen und Alliierte im Kampf gegen die Versklavung ihrer Glaubensschwestern im Nordirak durch die Terrormiliz zu gewinnen.

 

Die Hochschule der Medien zu Besuch im Landtag

 

Nach der bewegenden Rede der sonderbotschafterin trafen sich die Gruppe der Studierenden zum Abgeordnetengespräch mit dem Abgeordneten und Verkehrsminister Winfied Hermann (B90/Grüne) und der Abgeordneten Gabriele Reich-Gutjahr (FDP/DVP). Auch die Abgeordneten waren durch das leidenschaftliche Plädoyer Murads tief betroffen. „Es ist ein besonderer Erfolg der damaligen grün-roten Landesregierung, dass Baden-Württemberg als einziges Land den missbrauchten Angehörigen der religiösen Minderheit durch ein Flüchtlings-Sonderkontingent zu Hilfe kommt“, erklärte Hermann.

Dann ging es vor allem um die Rolle der Medien und der Informationsbeschaffung. Woher bekommen die Abgeordneten ihre Informationen? Und wie kommen dann wiederum die Informationen zum Handeln der Politiker zu den Bürgern? Gerade in unserer pluralistischen Gesellschaft seine klassische Verbreitungswege wie Pressemitteilungen und Interviews nicht mehr allein zielführend, so Hermann. Zeitungen erreichten nur noch einen Teil der Menschen, sie nutzten verschiedene Informationszugänge. Die Meinungsbildung, nach innen wie nach außen verändere sich. Auch eine stärker werdende Emotionalisierung wurde konstatiert.

 

Die Hochschule der Medien zu Besuch im Landtag

 

Die Studierenden des Studiengangs Bibliothekswesen und Informationsbeschaffung waren hier in ihrem Element. Denn die Veränderungen bei der Rezeption haben natürlich bereits heute auch Einfluss auf die Informationsverwaltung. Hier sei es wichtig, einen fundierten Überblick zu geben und eine Verlässlichkeit zu garantieren, im Gegensatz zu der ungeordneten, ungefilterten und unvollständigen Informationsflut im Netz. Auch die Bibliothek als Gemeinschafts-, Gesellschafts- und Kulturort gewänne immer mehr an Bedeutung.

 

Die Hochschule der Medien zu Besuch im Landtag

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