Caritas Fachschule aus Degerloch als Besuchergruppe im Landtag von Baden-Württemberg

Am Mittwoch, den 7. Februar, war die Caritas Fachschule für soziale Berufe im Landtag zu Gast. Auf dem Programm standen eine Führung durch den Landtag und eine anschließende Fragerunde mit dem Abgeordneten Winfried Hermann.

Die Besucher der Caritas Fachschule, bestehend aus Menschen mit Migrationshintergrund, nutzen die Chance und stellten Hermann nach der Landtagsbesichtigung viele Fragen sowohl über das Thema Verkehr, als auch über andere politische Themen und ihre persönliche Lebenssituation.

 

Dabei waren vor allem Fragen zu drohenden Abschiebungen und verweigerter Arbeitserlaubnis von großer Bedeutung. Ein beliebter Job bei den Angehörigen der Besuchergruppe war die Pflege, die bereits heute und auch künftig nicht gut ausgestattet ist und zu den sogenannten Mangelberufen zählt. Doch trotz guter Ausbildung und fehlender Arbeitskräfte droht vielen Teilnehmern der Besuchergruppe die Abschiebung. Zu dieser Tatsache erwiderte der Hermann, dass er die Situation beschämend findet, es aber an den Bundesgesetzen liegt und die Grünen und er vorerst an dem System nichts ändern können. Künftig bedarf es nach Einschätzung des Abgeordneten eines gut ausgestatteten Einwanderungsgesetzes.

Daraufhin wollten die Schüler wissen wofür genau die Grünen stehen bzw. was Hermann persönlich für wichtig hält. Hermann erwiderte, dass zu den Grünen natürlich die Umweltbewegungen, das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau –  auch in der Politik, was zur Zeit ein großes Thema von den Grünen und der CDU in Baden-Württemberg ist, – und die Verbesserung der Demokratie und der Beteiligungsmöglichkeiten sehr weit oben auf der Agenda stehen. Auch wurde die Frage gestellt, ob es Politiker im Landtag mit Migrationshintergrund gäbe. Dies bejahte Hermann und konnte dabei auf Landtagspräsidentin Muhterem Aras verweisen, die in der Türkei geboren ist und in Baden-Württemberg erste Landtagspräsidentin mit Migrationshintergrund ist.

 

Natürlich durften Fragen über das Thema Verkehr nicht fehlen. Dabei interessierte sich die Besuchergruppe für die Fahrkartenpreise, wie diese zustande kommen und wieso sie „so teuer“ sind. Winne Hermann erklärte, dass die SSB und VVS für die Gestaltung der Preise in Stuttgart und im Verband Region Stuttgart grundsätzlich zuständig sind. Er rechnete auch vor, dass man ca. die Hälfte des Tickets selbst bezahle und der Rest aus Fördertöpfen stamme. Auch erwähnte er, dass der Gemeinderat der Stadt Stuttgart ebenso wie di Regionalversammlung beschließt, wie viel Steuergelder man für die Förderung des ÖPNV und damit auch der Gestaltung der Ticketpreise ausgeben möchte. Diese Gelder seien in anderen Verkehrsverbänden sicherlich prozentual höher, als bei VVS und SSB. Auch erklärte er, dass Stuttgart durch die Kessellage und die Berge hohe Infrastrukturkosten hinsichtlich des Ausbaus des ÖPNV hat, weil man eben nicht auf flachem Land bauen könne. Trotzdem versuche man im Winter, wenn beispielsweise Feinstaubalarm droht, Tageskarten wesentlich günstiger anzubieten, damit mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen und Stuttgarts Luft sauberer wird.

Zum Abschluss wurde der Vorschlag für wasserstoffbetriebene Autos als bessere Alternative für batteriegeladene Autos aufgeworfen. Aufgrund der wenigen Tankstellen, die es für die wasserstoffbetriebenen Autos gibt und der Gelder, die man dafür benötigt, musste Hermann dies verneinen, da Elektro Autos günstiger, technisch weiter entwickelt und aufgrund der sich stetig entwickelnden Infrastruktur alltagstauglicher sind. Trotz allem werden beide Technologien für den Schutz der Umwelt auf Landesebene gefördert.

 

Mit einem Gruppenfoto endete die Fragerunde der Caritas Fachschule mit Winfried Hermann.

Mit einem Gruppenfoto endete die Fragerunde der Caritas Fachschule mit Winfried Hermann.

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